CDU: "Ende der Fahnenstange ist erreicht"
Als einzige Fraktion hat sich bisher die Jüchener CDU festgelegt, den von Bürgermeister Harald Zillikens eingebrachten Haushalt mitzutragen. "Wir werden uns in der kommenden Woche nochmals mit dem Entwurf beschäftigten", sagt CDU-Fraktions-Vize Helmut Kreutz. Weitere Einsparpotenziale konnte er nicht ausmachen, ohne auf elementare Angebote zu verzichten: "Wir haben bereits das Ende der Fahnenstange erreicht, indem wir etwa die Unterstützung für Vereine auf Null zurückgefahren haben."
Leuchtturmprojekte sieht Kreutz für 2014 nicht. Auch bei den Liberalen, bisher Kooperationspartner der CDU, zeichnet sich allgemeine Unterstützung ab, wie Vorsitzender Carsten Anraths erklärt: "Nach dem Beratungsstand erscheint es mir jedoch unwahrscheinlich, dass wir nicht zustimmen." Der Entwurf lasse erkennen, dass der eingeschlagene Weg der vergangenen Jahre weiter verfolgt und eine positive Fortentwicklung von Jüchen ermöglicht werde.
Die Sozialdemokraten sehen laut Holger Tesmann, dass ihre "langjährigen Forderungen aufgegriffen wurden und nun mit erkennbarem Erfolg umgesetzt werden". Als Beispiel nennt Tesmann das Dorfentwicklungskonzept Hochneukirch: "Wir haben bereits vor der letzten Kommunalwahl ein Symposium Adenauerplatz veranstaltet – die CDU hat es damals abgelehnt."
SPD: "Manches zu spät entschieden"
Was der SPD-Fraktions-Chef kritisiert: "Manche Entscheidungen sind aus Mentalitätsgründen zu spät getroffen worden" – wie etwa die Ganztagsbetreuung an Schulen und die Betreuung in Kindertagesstätten: "Dagegen ist früher polemisiert worden. Entgegen früheren Annahmen Mentalitätsbarrieren nimmt die Nachfrage zu." In den Grundschulen sei der zu Anfang geplante Anteil von 30 Prozent der Kinder längst bei der Hälfte angelangt, steuere langfristig auf 90 Prozent zu. Im Kita-Bereich entspreche das U3-Angebot knapp dem Bedarf, für ältere Kinder gibt es Engpässe: "Hier muss die Gemeinde weiter personell und investiv reagieren."
Generell müsse Jüchen das Ziel verfolgen, die Einwohnerzahl trotz des demografischen Wandels möglichst konstant zu halten: "Das ist mit Familienfreundlichkeit – wie Betreuung für Kinder und Senioren oder Bildungsangeboten – zu erreichen", ist Holger Tesmann überzeugt.
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