Montag, 3. Februar 2014

Dormagen Politik will Antworten zur Delrather Schule

Kritik an der Verwaltung nach erneuter Panne bei der Sanierung der Henri-Dunant-Schule.
 
Die Rathausverwaltung mit Dezernentin Tanja Gaspers steht mächtig in der Kritik. Grund sind die massiven Beschwerden aus der Elternschaft der Henri-Dunant-Grundschule in Delrath, weil dort durch Wasserschäden Klassenräume unbenutzbar sind und durchweichte Deckenplatten entfernt werden mussten. Circa 60 Kinder wurden ausquartiert und müssen zurzeit in die Nievenheimer Salvator-Grundschule ausweichen.
"Das geht gar nicht", schimpft René Schneider, CDU-Ratsherr und Vorsitzender des Ausschusses Eigenbetrieb. "Ich kann die Reaktionen der Eltern zu hundert Prozent verstehen." Er hat nach eigenen Angaben eine "offizielle und dezidierte Stellungnahme" von der Verwaltung angefordert. "Die Ergebnisse werde ich allen Fraktionen zur Verfügung stellen. Im übrigen haben wir am Montagabend Sitzung des Fraktionsvorstands. Da erwarte ich von Frau Gaspers Antworten." Schneider weist auf die schwerwiegenden Sanierungsmängel hin, die es seit vielen Jahren an der Schule in Delrath gebe. "Aber das kann keine Begründung für solche Pannen an dieser Schule sein."
Auch die SPD-Fraktion gibt den Eltern, die allesamt aufgebracht seien, Recht. Seit mehr als einem Jahr würden sie von der Verwaltung immer wieder hingehalten. Auf die Einwohnerfrage im Betriebsausschuss im September 2013 habe Dezernentin Gaspers getönt, dass die Dachsanierungsarbeiten in den Herbstferien umgesetzt würden, erinnert die SPD. Dieser Termin sei erwartungsgemäß nicht eingehalten worden, sonst hätte es denselben Schaden wie im Januar 2013 nicht gegeben. "Dass die Verwaltung nunmehr mit Hochdruck an die Arbeit gehe, wie Rathaussprecher Schlimgen versichert, können die Eltern nach der bisherigen Vertröstungskampagne der Verwaltung nicht mehr glauben", sagt die schulpolitische Sprecherin der SPD, Birgit Burdag. Die Eltern würden sich von Verwaltung und Bürgermeister Hoffmann nicht ernst genommen fühlen, denn seit Mitte Dezember warten sie vergebens auf Antworten auf ihre Fragen zum Lernort Delrath und dessen baulicher sowie pädagogischer Umsetzung.
Der wiederholte Wassereinbruch lasse "ernsthafte Zweifel an der Fachkenntnis und der Fachaufsicht der zuständigen Dezernentin Gaspers aufkommen", sagt Hans-Joachim Woitzik. Der Fraktionsvorsitzende des Zentrums kritisiert: "Die Stadtverwaltung schlampt sich bei der Sanierung der Henri-Dunant-Grundschule seit langem von einem Reinfall zum nächsten." Er fordert eine Bauaufsicht der Stadt durch fachkundige eigene Mitarbeiter. Da die Initiativen der Lehrer und Eltern zum Lernort Delrath ohne viel Aufhebens durch die Dezernentin und den Bürgermeister abgebügelt würden, stünde die Verwaltung in der Pflicht, wenigstens bei der zügigen Sanierung besondere Sorgfalt walten zu lassen. Woitzik fragt, ob die Schule etwa auf Dauer als unsanierbar hingestellt werden soll.
Quelle: cw-/schum

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