Freitag, 15. April 2011

JeKi-Sti Kinder singen mit „Ritter Rost“

„Das fabelfantastische Liederbuch“ heißt eine Koproduktion von „Ritter Rost“ und dem Neusser Projekt „Jedem Kind seine Stimme“(JeKi-Sti).


Der Komponist des deutschlandweit bekannten „Ritter Rost“ Kindermusicals Felix Janosa hat jetzt ein neues Liederbuch auf der Museumsinsel Hombroich vorgestellt. Gemeinsam mit JeKi-Sti Kindern der Albert-Schweitzer-Schule und JeKi-Sti Organisator Holger Müller hat er Lieder aus dem neuen Liederbuch für Kinder im Grundschulalter präsentiert.
„Botschafter“ für den Spaß beim Singen ist bei JeKi-Sti die beliebte Kindermusical-Figur „Ritter Rost“. Bei der Suche nach einem Sympathieträger für Kinder und Eltern kam das Neusser Team im Herbst 2009 mit den „Ritter Rost“- Autoren Jörg Hilbert und Felix Janosa zusammen. Gemeinsam wurden Lieder nach gesangspädagogischen und künstlerischen Richtlinien gesucht und ausgewählt, das Kriterium der „Singbarkeit“ für Schüler der ersten bis vierten Klasse stand gleichberechtigt neben der Motivation durch einen witzigen oder gehaltvollen Text. Den Praxistext bestand die umfangreiche Liedauswahl bei der Studioarbeit vor Ort: In zehn „Sessions“ in drei unterschiedlichen Studios in den Städten Neuss, Frechen, Düsseldorf und Stolberg sangen eine Auswahl von JeKi-Sti-Kindern die Lieder zu den Arrangements von Produzent Felix Janosa ein.
Verstärkt wurden sie von Mädchen aus der Chorakademie Kempen und den Gesangsdozentinnen und –dozenten Angela Froemer, Julia Hagemann und Holger Müller. Das I-Tüpfelchen: auch die Original-Stimmen von Ritter Rost, Papa Rost, dem Burgfräulein Bö und dem Drachen Koks waren mit von der Partie. Die Aussicht, bei einer professionellen Kinderlied-Produktion mitzusingen motivierte die „JeKi-Stis“ in besonderem Maße, die aufregende Erfahrung vor dem Mikrophon und die Befriedigung, wenn ein „ein Take stand“ bleibt den beteiligten Kindern und Eltern in besonderer Erinnerung. Eine besondere Erfahrung war für die Kinder die Phase der Proben und des Einstudierens der Lieder.
Mit dem Ziel der fertigen CD vor Augen waren alle Sängerinnen und Sänger hochkonzentriert bei der Sache und erlebten diese Phase laut Schilderung von Eltern und Betreuern als eine positive Erfahrung von musikalischem Arbeiten – immer mit Spaß bei der Sache, aber zielgerichtet auf das Ergebnis hinwirkend. Das fertige Material von insgesamt 38 Liedern wurde auf zwei Liederbücher verteilt. Im ersten Band (dem „kunterbunten“ Liederbuch für die Jahrgangsstufen 1 und 2) finden sich beliebte deutsche Volkslieder gemischt mit einfachen Liedern aus „Ritter Rost“ und neu komponierten Stücken von Hilbert/Janosa. Im zweiten Band (dem „fabelfantastischen“ Liederbuch für die Klassen 3 und 4) herrscht eine große stilistische Vielfalt: Weltmusik, deutsche Volkslieder, Jazz, Rock und Pop stehen bunt nebeneinander.
Der erste Band erschien bereits im letzten Frühjahr, der zweite Band ist jetzt heraus gekommen. Mit dem ersten Band wird in den JeKi-Sti Klassen bereits erfolgreich gesungen. Dank der Idee, jedes Lied mit Gesang, aber auch als reines Playback auf die CD zu packen lässt sich das Liederbuch sehr gut in die musikpädagogische Arbeit vor Ort integrieren. Durch die fachkundige Auswahl der Tonarten sind alle Lieder so gesetzt, dass die Kinder nicht in die Gefahr der so genannten „Bruststimmfalle“, also dem permanent zu tiefen Singen, zu geraten. Dieses Kriterium war dem Auswahlteam neben anderen Kriterien wie Abwechslungsreichtum, Mischung aus alten und neuen Liedern sowie textlicher Attraktivität für Kinder sehr wichtig. So ist mit dem Projekt „Singen mit Ritter Rost“ der Versuch hörbar gelungen, ein wirklich zum Singen motivierendes Liederbuch mit dem Fokus auf Kinderstimme zusammenzustellen. Die üblicherweise lauernden „Fallen“ bei Liederbüchern für Kinder wie Verniedlichung, Humorfreiheit oder schlichtweg Nichteignung wegen zu tief liegender Melodien oder zu großen Melodieumfängen wurden elegant vermieden. Und wenn ein altes Volkslied wie „Bunt sind schon die Wälder“ von den Kindern genauso begeistert gesungen wird wie die mitreißende Janosa Nummer „Hunger wie ein Monster“ – so hört man es als Rückmeldung aus den Grundschulklassen - scheint die Mischung zu stimmen. Durch Ideen wie diese Zusammenarbeit mit professionellen Kinderliedmachern, aber auch durch andere Aktionen soll das Neusser Modell JeKi-Sti auch in Zukunft kontinuierlich „befeuert“ werden. Der JeKi-Sti Beirat mit Vertretern aus Politik und Kultur hat aktuell zum zweiten Mal eine Singaktion angeregt: „Singen tut gut“ – JeKi-Sti Klassen singen in Altersheimen, Krankenhäusern oder anderen wohltätigen Einrichtungen für Bewohner, Patienten und Mitarbeiter. Der Beirat lobt dafür Preise bzw. Urkunden aus.
„Jedem Kind seine Stimme" (JeKi-Sti) wurde durch die Musikschule der Stadt Neuss ins Leben gerufen. 2007 startete das Programm als Modellprojekt und ist seitdem stetig gewachsen. Dank der Finanzierung durch das Land NRW, der Jubiläumsstiftung der Sparkasse und der Stadt Neuss erreicht JeKi-Sti seit 2011 das Prädikat „flächendeckend“: Durch den enormen Zuspruch der Grundschulen, der Eltern und der Schüler konnten die Neusser an allen 25 städtische Grundschulen „andocken“. Im aktuellen Schuljahr werden 100 Prozent der Erstklässler unterrichtet, neben der Gesangsförderung in den ersten beiden Jahrgangsstufen gibt es instrumentale und vokale Zusatzangebote für das zweite, dritte und vierte Schuljahr – ein deutschlandweit einmaliges Bildungsangebot.

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