"Wir sind von dem System überzeugt", sagt Petra Jülicher. Sie ist beim Neusser Jugendamt zuständig für den Fachbereich Kindertagesstätten und betreut die Nutzung des Kita-Navigators. "Seit dem Start des Programms haben bereits 2000 Familien dieses neue Angebot genutzt, ihre Kinder für einen Kita-Platz vormerken zu lassen", erzählt Jülicher.
Eingeführt hatte die Stadt den Kita-Navigator, um die Anmeldungen in den Kindergärten besser koordinieren zu können. Denn viele Eltern meldeten aus Angst, ihr Kind könne keinen Platz bekommen, ihren Nachwuchs gleich doppelt und dreifach an. Auch im Kita-Navigator können mehrere Wunsch-Kindergärten angegeben werden. Wird ein Platz vergeben, macht das System dies für die übrigen Kitas sichtbar. "Wir bekommen dann eine Meldung darüber", erläutert Anneli Breidenbach, Leiterin des Familienzentrums St. Quirin. "Vorher mussten wir den Eltern oft hinterhertelefonieren, ob sie nun einen Platz bei uns möchten oder ihr Kind schon versorgt ist", fügt Breidenbach hinzu. Sie ist mit dem Kita-Navigator zufrieden: "Klar muss man sich da hineinfuchsen, aber dann bringt es auch etwas", sagt sie
.
Mit dieser Erfahrung steht sie nicht alleine: Auch im "bürgerlichen" Reuschenberg sieht Ulrike Müller-Rütz, Leiterin der Kita Lutherstraße, ähnliche Probleme. "Die Eltern müssen an dieses neue Instrument behutsam herangeführt werden", sagt sie. Auch Annette Kramer-Mühlen – sie leitet die Kita Weberstraße 88 – steht dem neuen Instrument skeptisch gegenüber: "Von einem Erfolg würde ich noch nicht sprechen", sagt sie. Das Jugendamt verweist darauf, dass es ratsuchende Eltern unterstützt. "Wir helfen bei den Eingaben und erklären das Programm", sagt Petra Jülicher. Erstmals habe Neuss zudem eine umfassende Datenbank über seine Kita-Angebote: "Für Eltern ist das ein toller Service", sagt Jülicher.
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