Nie mehr
den Leerungstermin für die Mülltonnen vergessen: Dafür hat die Stadt
Dormagen nun einen Online-Bürgerservice eingerichtet. Unter der
Internet-Adresse www.dormagen.mein-abfallkalender.de können mit Computer oder Smartphone ab sofort die Müllabfuhrtermine abgefragt werden.
Und so funktioniert das neue Angebot: Straße eingeben,
Abfallart und Zeitraum auswählen – und schon erscheint eine
übersichtliche Terminliste. Diese lässt sich in den eigenen
Terminkalender am Rechner oder Smartphone übertragen oder ausdrucken.
"Wer eine Erinnerung per E-Mail haben will, registriert sich mit seiner
E-Mail-Adresse", erklärt Gregor Loibl vom städtischen Steueramt.
"Darüber hinaus kann der Bürger seinen persönlichen Jahreskalender
übersichtlich zusammenfassen, ausdrucken und an seinen gewohnten Platz
hängen." Wer mit den neuen Medien nichts anfangen kann, kann den
Abfallkalender weiterhin in Papierversion bekommen.
Der neue Service nennt auch die Sammeltermine des
Schadstoffmobils, die ebenfalls jeweils mit Orts- und Zeitangabe
ausgegeben werden. Eine webbasierte App für Smartphones bietet die Stadt
ebenfalls an. Die plattformunabhängige App ist ohne Installation
erreichbar. Nach Eingabe der Webadresse: www.dormagen.mein-abfallkalender.de oder per QR-Code wird der Benutzer direkt zur für das Smartphone optimierten Version weitergeleitet.
Für Fragen rund um den neuen und alten Abfallkalender
steht Gregor Loibl vom städtischen Steueramt unter 02133 257-313 oder
per E-Mail unter gregor.loibl@stadt-dormagen.de zur Verfügung.
Das Steamreformer-Großprojekt bei Air Liquide und die TDI-Anlage von BayerMaterial Science stärken den Standort Dormagen.Von Stefan Schneider
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt entstehen
zurzeit im Chempark Dormagen zwei riesige Produktionsanlagen, die noch
in diesem Jahr ihren Betrieb aufnehmen sollen. Das
Chempark-Partnerunternehmen Air Liquide investiert 100 Millionen Euro in
einen so genannten Steamreformer zur Produktion von Wasserstoff und
Kohlenmonoxid. Versorgt wird damit in Zukunft die ebenfalls noch im Bau
befindliche TDI-Anlage von BayerMaterialScience zur Herstellung von
Weichschaum (Gesamtinvestition 400 Millionen Euro). Die beiden Anlagen
liegen direkt nebeneinander und werden über eine Rohrbrücke miteinander
verbunden. Laut Chempark-Leiter Dr. Ernst Grigat wird die TDI-Anlage am
9. Dezember freigeschaltet; die Air Liquide-Anlage ist nach Aussage von
deren Industrial Director Robert Kremer im Laufe des zweiten Halbjahrs
2014 fertig gestellt. "Bei Air Liquide entstehen durch das Projekt 20
neue Arbeitsplätze", sagte Kremer gestern bei einem Pressegespräch.
Das Zusammenwirken verschiedener Unternehmen im
Verbund ist für Grigat eine der großen Stärken der hiesigen chemischen
Großindustrie. Und die hohen Investitionen seien ein klares Indiz für
die Bedeutung und die Zukunftsfähigkeit des Standortes Dormagen. Auch
BayerCropScience, Lanxess und der Chempark-Betreiber Currenta
investierten im vergangenen Jahr Summen im zweistelligen
Millionenbereich in Dormagen, Kemira hat eine Produktionsstätte zur
Herstellung von Flockungsmitteln zur Wasseraufbereitung errichtet.
Aufgrund der Großprojekte, für die viele zusätzliche
Arbeitskräfte benötigt wurden und werden, ist die Zahl der Beschäftigten
im Chempark 2013 deutlich gestiegen: auf 10 575 (2012: 9360). Nach
Abschluss der Baumaßnahmen werde diese Zahl aber wieder sinken, sagte
Chempark-Leiter Grigat. Gleiches gelte für die Investitionssummen.
Im vergangenen Jahr brachten die Chempark-Mitarbeiter
(ohne Ineos) insgesamt ein Nettoeinkommen in Höhe von rund 300 Millionen
Euro mit nach Hause. Das bedeutet eine erhebliche Kaufkraft. "Damit ist
der Chempark ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor und die
wirtschaftliche Basis für die Stadt Dormagen und die Region", urteilte
Grigat.
Unterm Strich biete der Chempark Dormagen das Bild
eines starken Produktionsstandortes. Ablesbar sei dessen "Pulsschlag"
(Grigat) an den Lkw-Bewegungen auf dem Gelände, die Hinweise darauf
gäben, wie gut die Produktion laufe und der Standort sich entwickle.
"Seit 2010 verzeichnen wir bei den ankommenden und abfahrenden Lastwagen
eine konstante Steigerung in Dormagen", berichtet der Chempark-Leiter.
"Wir erwarten, dass das so bleibt." Heißt: Grigat rechnet auch in
Zukunft mit weiter steigenden Produktionszahlen in Dormagen.
Positiv auf die Abfertigung der Lkw habe sich die
Umgestaltung des Lkw-Hofes im Norden des Werksgeländes ausgewirkt. Der
ganze Verkehr dort fließt nun immer im Kreis; zudem ist nach vorheriger
Registrierung eine voll automatisierte Abfertigung der
Transportfahrzeuge möglich. Beides verhindert Staus und spart Zeit.
Norbert Lupp baut wieder den Stadtstrand am Rande des Bends auf. Neu sind LED-Palmen.
Evita-Beach soll in diesem Jahr früher öffnen als
sonst. "Wir möchten gern schon zu Ostern starten, den genauen Termin
geben wir noch kurzfristig bekannt", erklärt Norbert Lupp. Der
49-Jährige, der den Stadtstrand zusammen mit Niko Gössing organisiert,
hat den Samstag, 19. April, als Eröffnungstermin im Blick und hofft auf
ähnlich gutes Wetter wie Anfang dieser Woche.
Die Vorbereitungen für die Saison haben begonnen. "Der
Zaun ist bereits aufgebaut. Am Montag fahren wir die Buden und das
Deko-Material zum Gelände und beginnen mit dem Aufbau", kündigt der
Hemmerdener an. Neu in diesem Jahr: Neben den vertrauten Naturpalmen
bauen Lupp und sein Team erstmals LED-Palmen auf. "Das gibt nachts ein
tolles Bild", sagt Lupp. Auch das Boot und der kleine Pool mit Terrasse
werden wieder zu sehen sein. "Es handelt sich um einen Deko-Pool, der
nicht zum Reinspringen gedacht ist. Sonst müssten wir ganz andere
Auflagen erfüllen", betont der 49-Jährige. Eine weitere Änderung: Das in
früheren Jahren genutzte Wertmarken-System gibt es nicht mehr, so kann
auch ein einzelnes Getränk bezahlt werden. Neben sechs, sieben
verschiedenen Longdrinks werden auch neue Saisonbiere im Angebot sein.
In den Vorjahren startete der Stadtstrand erst zum
Tanz in den Mai. Auch dieses Jahr wird am 30. April mit Musik, Tanz und
Gegrilltem gefeiert. Und zur Weltmeisterschaft gibt's Public Viewing.
"Wir stellen dafür 2,50 mal 1,50 Meter große Bildschirme auf", sagt
Lupp.
Die
Angelsportvereine vom Neurather See haben sich bei der Bürgermeisterin
beschwert. Die Stadt habe sie als "Buhmänner" abgestempelt, die
Spaziergänger und brütende Vögel stören würden. Dagegen wehren sich die
Vorstände.Von Wiljo Piel
Die heimischen Angelsportvereine wollen nicht die
"Buhmänner" vom Neurather See sein. In einem Brief an die
Bürgermeisterin haben sie jetzt klar gestellt, dass ihnen kein
Fehlverhalten vorgeworfen werden kann. Im Gegenteil: "Unsere Mitglieder
wissen sehr genau, was sie dürfen und wie sie mit dem Umwelt- und
Naturschutz umzugehen haben", sagt Hans-Peter Fenger (64) vom
Frimmersdorfer Angelsportverein "Erfttal".
Der Grund für dieses energisch vorgetragene Statement
ist die neue Gewässerordnung für den Neurather See. Wie berichtet, will
die Stadt in dem Naherholungsgebiet härter durchgreifen, da es in der
Vergangenheit mehrfach zu Konflikten mit Anglern gekommen sei.
Verbotenerweise hätten Hobby-Fischer in der Vogelschutzzone ihre Köder
ausgeworfen oder Spaziergänger mit dauerhaft auf den Wegen
aufgeschlagenen Anglerzelten belästigt.
"Von diesen Vorwürfen waren wir überrascht", erklärt
Joachim Knabben (57) vom Neurather Angelsportverein "Glück auf".
Sicherlich gebe es in jedem Verein "schwarze Schafe" – aber: "Im Prinzip
ist keines dieser Fehlverhalten auf unsere Mitglieder zurückzuführen –
die halten sich an die Regeln", meint er.
Vielmehr spielen die Angler den Ball an die Verwaltung
zurück: "Die Stadt gibt Erlaubnisscheine für den Neurather See an
externe Angler aus, die nicht unseren Vereinen angehören. Dies ist der
einzig erklärbare Grund für diese Verstöße", betont Knabben. Die
Vorstände von drei Vereinen haben Bürgermeisterin Ursula Kwasny
aufgefordert, dafür zu sorgen, die Ausgabe dieser Angelscheine vorerst
einzustellen.
Ein weiteres Problem: Die Fischereiaufseher hätten von
einer "beträchtlichen Zahl" von Schwarzanglern berichtet, die das
Zutrittsverbot in der Vogelschutzzone ignorieren würden. "Aber das wird
von der Stadt nicht kontrolliert. Sie möchte zwar die Zuständigkeit für
den See haben, ist aber nicht in der Lage, ihre Aufsichtspflicht
wahrzunehmen", erklärt Hans-Peter Fenger. Der 64-Jährige meint: "Wenn
das Gewässer in der Verwaltung der Vereine läge, würden hier nur halb so
viele Vergehen registriert werden."
Ohnehin lasse die Stadt den See allmählich verkommen,
beklagt Paul Lüngen (62), Vorsitzender des Angelsportvereins "Erfttal".
Heruntergetretene Zäune würden nicht repariert, in der Schutzzone lägen
Lagerfeuerreste und leere Wodkaflaschen herum, das Schilf an den Ufern
werde nicht mehr beschnitten. "Das führt dazu, dass wir heute nur noch
sieben bis acht vernünftige Angelplätze haben – der Rest ist komplett
zugewuchert", ärgert sich Joachim Knabben.
Die Angler vom Neurather See sehen sich nicht als
Störenfriede: "Durch die Hege und Pflege des Fischbestandes, durch die
regelmäßige Reinigung und Kontrolle von Gewässern und durch unsere
ruhige Präsenz leisten wir umfassende Arbeit zum Schutz der Natur",
stellt Vereinsvorsitzender Joachim Knabben klar. Diese ehrenamtliche
Arbeit könne in Zeiten knapper Kassen durch Ordnungs- und
Verwaltungsdienste nicht ersetzt werden. Nicht haltbare Vorwürfe würden
in diesem Zusammenhang kaum motivierend sein.
In einer
Sondersitzung des Wirtschaftausschusses hat Minister Garrelt Duin
erklärt, dass es für den Tagebau Garzweiler keine zeitliche Begrenzung
bis 2030 gibt. Damit reagierte er auf eine Eingabe der sechs
SPD-Landtagsabgeordneten aus dem Rheinischen Revier, die eine
Klarstellung der Landesregierung eingefordert hatten. Darunter war auch
das örtliche Landtagsmitglied Rainer Thiel.
Laut Garrelt Duin und Franz-Josef Lersch-Mense, Chef
der Staatskanzlei, habe Garzweiler eine gültige Betriebsgenehmigung, die
bis 2045 ausgelegt ist. Das Ergebnis der Koalitionserklärung habe nicht
zum Inhalt gehabt, dass der Tagebaubetrieb mit dritten
Umsiedlungsabschnitt ende. Bergbau sei auch noch im Bereich des heutigen
vierten Abschnitts möglich. Ziel der Landesregierung sei es lediglich,
im Rahmen einer neuen Leitentscheidung zu prüfen, ob auf die Umsiedlung
der Orte Holzweiler und Dackweiler verzichtet werden könne.
"Damit ist klargestellt, dass ein Abbau im vierten
Abschnitt bis zur Landstraße 117 möglich ist, und dass es auch keine
zeitliche Begrenzung bis 2030 gibt", meinte Rainer Thiel. Er und seine
fünf Landtagskollegen, die gegen den neuen Koalitionsbeschluss gestimmt
hatten, werteten die Klarstellung als einen ersten Teilerfolg.
In einer Presseerklärung betonten die Abgeordneten aus
dem Revier, dass die subventionsfreie Braunkohle in der Energiewende
noch lange gebraucht werde, um die Versorgungssicherheit herzustellen.
"Wir werben dafür, im künftigen Energiemix die sichere und preiswerte
Braunkohle einzubeziehen", meinte Thiel. Es wäre ein Treppenwitz, wen
stattdessen auf das Fracking gesetzt würde.
Rund 60
Bürger und Politiker nahmen an der CDU-Veranstaltung im Alten Schloss
zum Thema "Innenstadtentwicklung" teil. Dabei ging es um Vorschläge zur
Aufwertung der Bahnstraße.Von Sebastian Meurer und Carsten Sommerfeld
Die Bahnstraße soll zu einer attraktiven Verbindung
zwischen der Fußgängerzone und dem Bahnhofsviertel werden. Ideen für
eine Neugestaltung wurden jetzt bei einem Bürger-Forum diskutiert, zu
dem die CDU eingeladen hatte. Bevor die Planungen konkret aufgenommen
werden, "möchten wir erst die Meinung und Wünsche der Betroffenen
hören", begründete Fraktionschef und Stadtverbandsvorsitzender Norbert
Gand.
Dafür, dass sich solche Überlegungen realisieren
lassen, gibt es begründete Hoffnung: Die Stadt hat einen Antrag für ein
"Integriertes Stadtentwicklungskonzept" (ISEK) gestellt. Ende des Jahres
könnte das Land einen Zuschuss von 800 000 Euro bewilligen, sagte Gand.
Die Stadt müsse aus eigenen Mitteln 300 000 Euro dazu beisteuern. Das
Geld ist bereits in der Haushaltsplanung berücksichtigt.
Thomas Wiedenhöfer von der Stellwerk-Initiative nannte
in einem Power-Point-Vortrag einige Kernpunkte zur Neugestaltung –
bereits vor einiger Zeiten hatten Gand und er Überlegungen zur
Neugestaltung angestellt. Die Bahnstraße soll ein neues Aussehen
erhalten und deutlich mehr zum Verweilen einladen – beispielsweise durch
Außengastronomie vor den Restaurants und Cafés, Blumenkübel und
anderes. Vor dem Möbelhaus könnten Parkbuchten – anders als heute – quer
zur Fahrtrichtung angelegt werden. Zugleich gelte es, so Wiedenhöfer,
einen "Shared Space" (Geteilten Raum) zu schaffen. Konkret bedeutet
dies, dass die Straße so gestaltet wird, dass Autos in der Regel
Schrittgeschwindigkeit fahren müssen, dass Fußgänger und Autos
"gleichberechtigt" sind. Die Planung soll aber nicht auf den begrenzten
Bereich zwischen Breite Straße und Montzstraße begrenzt bleiben. Auch
die Abschnitte der Bahnstraße bis zum Kreisverkehr und darüber hinaus
bis zum Bahnhof sollen umgestaltet werden.
Für die von Wiedenhöfer präsentierten Eckpunkte gab es
viel Zustimmung, aber es wurden ach Bedenken geäußert, etwa zur
vorgeschlagenen Förderung weiterer gastronomischer Betriebe: "Wenn man
auf der einen Seite Lokale hat, liegen auf der anderen Seite die
Wodkaflaschen", hieß es.
Noch so ehrgeizige Pläne, dem Bahnhofsviertel ein
neues Outfit zu verpassen, stoßen an eine Grenze, wenn es um privates
Eigentum geht. Viele der zum Teil sehr alten Häuser hätten im Parterre
"eine gute Baubsubstanz", was Thomas Wiedenhöfer zufolge jedoch oft
schon "in der zweiten Etage endet".
Wie geht's nach der Diskussion nun weiter? "Wir werden
die Wünsche der Bürger in der Fraktionssitzung erörtern und einen
Antrag für den Rat stellen", kündigt CDU-Ratsfrau Heike Troles an.
Nach kontroverser Diskussion im Ausschuss fand der Verwaltungsvorschlag keine Mehrheit. Die Nachfrage stagniert.Von Daniela Buschkamp
Mit einer Überraschung endete die Sitzung des Kultur-
und Partnerschaftsausschusses: Der Vorschlag der Verwaltung, die
Eintrittspreise für das Karbarett 2015 zu erhöhen, fand keine Mehrheit.
Die Kulturpolitiker hatten zuvor kontrovers diskutiert und dann mit fünf
Ja-, fünf Nein-Stimmen und einer Enthaltung votiert. "Wir werden dem
Gemeinderat empfehlen, die Preise nicht anzuheben. Für den Haushalt
bedeutet es lediglich eine zusätzliche Belastung von rund tausend Euro",
erläutert Ausschuss-Vorsitzender Wilfried Unrein (FDP).
Bisher boomte Kabarett in Jüchen: Nicht nur Jüchener,
auch Kulturinteressierte aus dem Umkreis wie Neuss oder Mönchengladbach
besuchten die Peter-Giesen-Halle in Garzweiler und das Foyer der
Realschule in Jüchen, sahen etwa Guido Cantz, Wilfried Schmickler oder
Willibert Pauels. Im vergangenen Jahr gab es erstmals einen leichten
Rückgang. Dem steuerte die Verwaltung entgegen, indem sie erstmals
Programm-Flyer drucken ließ. Die erhoffte Trendwende blieb aus: Bisher
wurden in diesem Jahr 306 Abos für die Peter-Giesen-Halle (Vorjahr: 345)
und 208 (2013: 204) für die Realschule veräußert. Bürgermeister Harald
Zillikens will nicht von generell nachlassendem Interesse sprechen:
"Hier muss ein längerer Zeitraum beobachtet werden, um festzustellen, ob
es sich um einen Trend handelt oder ob es eher am jeweiligen
Jahresprogramm liegt." Das Ziel der Gemeindeverwaltung sei, für 2015 ein
"attraktives Programm" zu gestalten. Zurzeit fänden Gespräche mit
Künstleragenturen statt. Für die Giesen-Halle (Platz für 582 Zuschauer)
sollen TV-bekannte Akteure gebucht werden, für die Realschule
(Fassungsvermögen: 250 Plätze) Künstler mit weniger hohem
Bekanntheitsgrad. Dazu steht Kulturamts-Leiter Bernd Krahwinkel ein
Budget in Höhe von 60 000 Euro zur Verfügung. Zillikens hält dies für
"ausreichend". Allerdings: Auch in Jüchen gibt es Konkurrenz, etwa im
"Redhot". Dort tritt am 10. April Markus Krebs auf - zeitgleich mit
Thomas Freitag.
Der Grund für die geplante Preiserhöhung: Wegen der
Einführung der "Betriebe gewerblicher Art (BgA)" für
Veranstaltungsstätten fällt Mehrwertsteuer an; diese wollte die
Verwaltung auf die Zuschauer umlegen. Die Tickets für Einzeltermine
sollten 15 und 35 Euro kosten. Die Abopreise sollten erhöht werden für
alle acht Termine auf 118 statt 110 Euro und auf 107 statt 100 Euro. Für
vier Termine in der Giesen-Halle sollten 86 statt 80 Euro, 75 statt 70
Euro und 64 statt 60 Euro bezahlt werden, für vier Auftritte in der
Realschule 43 statt 40 Euro.
CDU-Politiker Karl-Heinz Ehms hält die Preissteigerung
für "vertretbar", hatte dafür gestimmt "Das hätte einen Euro pro mehr
pro Veranstaltung gekostet." Jetzt entscheidet der Gemeinderat am 15.
Mai.
Ein
59-jähriger Mann ist am Freitagabend mit seinem Auto gegen einen Baum am
Rand der L32 gefahren und wurde dabei tödlich verletzt. Er war in einer
Kurve von der Fahrbahn abgekommen.
Wie die Polizei mitteilte, waren die Verletzungen des
Mannes so schwer, dass er gegen 23 Uhr noch an der Unfallstelle starb.
Warum genau der Mann die Kontrolle über sein Auto verlor, war am
Samstagmorgen noch nicht geklärt.
Am Samstagmorgen
ist es auf der Girmes-Kreuz-Straße zu einem Unfall gekommen, bei dem ein
21-jähriger Neusser bei zu hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über
sein Fahrzeug verloren hat.
Wie die Polizei mitteilte, war der junge Mann in
Richtung Stadtmitte unterwegs, als er gegen 8 Uhr ins Schleudern geriet.
Er kam nach rechts von der Fahrbahn ab und fuhr gegen eine Abgrenzung
aus Glas und Metall an einer Tankstelle. Durch die Kollision wurde ein
18-jähriger Mitinsasse leicht verletzt. Bei der Unfallaufnahme wurde
auch noch festgestellt, dass der Unfallfahrer unter Alkoholeinfluss
stand. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen, sein Führerschein
einbehalten.
Morgen dreht sich in Korschenbroich alles rund ums Laufen. 4225 Starter haben sich schon gemeldet. Das ist ein neuer Rekord.Von Ruth Wiedner
Für Hans-Peter Walther ist es ein Phänomen. Der
City-Lauf hat auch im "Jahr eins" nach dem Silberjubiläum nichts an
seiner Attraktivität eingebüßt. Im Gegenteil. Schon jetzt eilt Walther
von Rekord zu Rekord. Waren es am Montag schon 4111 Nennungen, liegt der
aktuelle Meldestand bereits bei 4225. "Das ist absoluter Rekord",
versichert er. Und mit Blick auf die schwindenden Startnummern wird der
Cheforganisator auch recht deutlich: "Wer am Sonntag noch mitlaufen
will, der sollte mit der Nachmeldung nicht zu lange warten. Ich habe
noch 400 Nummern, danach geht gar nichts mehr."
Für Walther ist es der 25. City-Lauf, der morgen in
seiner Regie um 11.45 Uhr gestartet wird. "Wir sind bestens
vorbereitet", sagt er. Und mit "Wir" spricht er das eingespielte
Helfer-Team an. Allein am morgigen Sonntag halten ihm rund 100
Ehrenamtler, davon 35 aus der Stadtverwaltung und 35 vom LKC, den Rücken
frei. Dass bei der steigenden Starterzahl die Anzahl der Helfer nicht
mitgewachsen ist, schreckt ihn nicht. "Wir sind im Laufe der Jahre auch
immer besser geworden", spricht Walther allein die elektronische
Zeitnahme an. "Das entlastet die Helfer auch."
Und selbst sein Wunsch mit dem Laufwetter scheint
aufzugehen. "Ich rechne mit 18 Grad", spricht er von bestem Laufwetter
für Jung und Alt. Für sechs Stunden dreht sich morgen im
Korschenbroicher Ortskern mit dem Startschuss um 11.45 Uhr alles rund
ums Laufen. Aber auch die Schlachtenbummler bekommen entlang der Strecke
eine Menge geboten: Es gibt 33 Stände, die informieren und zum
Mitmachen und Ausprobieren animieren. City-Lauf-Sonntag ist auch immer
ein verkaufsoffener Sonntag. Und wer shoppen möchte, der hat dazu von 13
bis 18 Uhr ausreichend Zeit.
Am Bahnhof und im Kreuzungsbereich
Hindenburgsstraße/L381 wird kräftig gebaut. Doch auch das beobachtet der
City-Lauf-Chef ganz entspannt: "Von den Baustellen merken wir nichts."
Wie das dann 2015 werden wird, wenn das Orga-Team am Kreisel Arndtstraße
mit einer Großbaustelle kalkulieren muss? Diese Frage vertagte Walther
mit dem knappen Hinweis: "Das ist noch kein Thema."
Zum Thema werden für Anlieger und Besucher aber die
angepassten Verkehrsregelungen. Parken entlang der Laufstrecke ist
morgen tabu. Dort gilt von 10.30 bis 19.30 Uhr absolutes Halte- und
Durchfahrtsverbot. Die Parkplätze Matthias-Hoeren-Platz, Gymnasium
Don-Bosco-Straße, Schwimmbad, Bahnhof und der Park&Ride-Platz an der
Herrenshoffer Straße sind hingegen gut erreichbar.
Wegen der Sperrungen ergeben sich Änderungen für
Busse: Die Linie 016 fährt ab der Haltestelle Rheydter Straße direkt
über An der Sandkuhle und Rochusstraße zum Bahnhof. Die Haltestellen
Mühlenstraße und Hindenburgstraße entfallen. Auch die Linie 029 fährt
über die L 381 sofort zum Bahnhof.
Der
katholische Kindergarten St. Maternus feiert sein 40-jähriges Bestehen.
2002 führte er in Rommerskirchen die U-3-Betreuung ein.Von Sebastian Meurer
Auf den Tag genau vier Jahrzehnte nach der Eröffnung
des katholischen Kindergartens St. Maternus gab es jetzt gleich noch ein
zweites Jubiläum zu feiern. Die Leiterin Angela Helfenstein ist seit 25
Jahren in der Einrichtung tätig. Bereits während ihrer Ausbildung hatte
sie hier schon einmal Station gemacht, und als 1989 eine Stelle als
Gruppenleiterin frei wurde, bewarb sie sich erfolgreich. Nach nur vier
Jahren übernahm sie 1994 den Kindergarten, der seit Ende 2010 mit seinen
Partnern in St. Briktius Oekoven und St. Peter Rommerskirchen das
Katholische Familienzentrum bildet.
"Ein Leitgedanke begleitet mich in meiner
pädagogischen Arbeit: Ich darf sein, der ich bin! Und werden, der ich
sein kann!", sagt die engagierte Erzieherin. Für sie bringt "jedes Kind
etwas Eigenes und Besonderes mit auf diese Welt. Kinder sind kreativ,
haben Freude, ihre Welt mit allen Sinnen zu entdecken, sind schnell zu
begeistern und wollen lernen: Jedes nach seinen Fähigkeiten". Unter
Helfensteins Leitung hatte der Katholische Kindergarten an der
Maternusstraße vor mehr als einem Jahrzehnt eine Pionierrolle: 2002 war
er der erste von damals neun Kindergärten im Gemeindegebiet, der Jungen
und Mädchen unter drei Jahren aufnahm. "Es war damals ein ,Notfall'",
erinnert sich Helfenstein. Gebildet wurde eine Gruppe mit zwei bis sechs
Jahre alten Kindern. Zudem gab es eine "reguläre" Kindergartengruppe
mit Kids von drei bis sechs Jahren. Ein sich über fast zwei Jahre
hinziehender Umbau hat Plätze für weitere sechs Kleinkinder ab zwei
Jahren geschaffen. "Seit August 2012 bieten wir Plätze für Kinder ab
einem halben Jahr an. Das jüngste Kind, das wir hier haben, ist ein Jahr
alt", erzählt Helfenstein. Aktuell besuchen den Kindergarten 39 Jungen
und Mädchen, davon sind 13 noch keine drei Jahre alt. 20 Kinder werden
ganztags betreut, es gibt sechs Erzieherinnen.
Helfenstein ist optimistisch, dass noch in diesem Jahr
der Außenbereich der Tagesstätte umgestaltet werden kann. Auch dabei
geht es um altersgerechte Spielmöglichkeiten für die unter Dreijährigen.
"Frau Helfenstein ist seit 25 Jahren wie ein Engel für die Einrichtung.
Sie ist mit großem Engagement, Herz und Freude für uns da", urteilte
Dechant Monsignore Franz Josef Freericks. Er zelebrierte einen
Wortgottesdienst, bei dem es auch um den einst nach der biblischen
Sintflut erschienenen Regenbogen als Symbol für den Schutz Gottes ging.
An dem ausgeprägten musikalischen Part wirkte neben Organistin Melanie
Dietershagen und Gemeindereferentin Margret Keusgen Angela Helfenstein
mit.
Der Kindergarten ist seit 1974 in katholischer Trägerschaft. Das Gebäude gehört der Gemeinde St. Peter jedoch erst seit 2002.
Der
interkommunalen Zusammenarbeit mit Nachbarstädten wie Düsseldorf kommt
eine wachsende Bedeutung zu. Dieser Überzeugung sind die
Fraktionsvorsitzenden von CDU und FDP, Helga Koenemann und Heinrich
Köppen. Sie wollen die Stadtgrenzen überschreitende Zusammenarbeit in
den nächsten Ratsperiode stärken. Vor diesem Hintergrund bewerten sie
die Entscheidung der Stadt Düsseldorf, die Klage gegen den Neubau des
Höffner-Möbelhauses fallen zu lassen, als "Geste interkommunaler
Vernunft".
Düsseldorf hatte gegen die Baugenehmigung für
das Möbelhaus geklagt. Vorsorglich, wie es hieß, um die Frist zu wahren.
Denn die Stadt Düsseldorf hätte zu wenig Zeit gehabt, um die
Baugenehmigung, vor allem aber die Untersuchung zu möglichen
Auswirkungen auf den Einzelhandel in der Landeshauptstadt, untersuchen
zu können. Mönchengladbach hatte eine Klage erwogen, angesichts
marginaler Auswirkungen des Hauses auf die eigene Stadt davon wieder
Abstand genommen. Düsseldorf folgt. Damit behält Bürgermeister Herbert
Napp Recht, der angesichts der Vorarbeiten der Stadt überzeugt war: "Man
kann eine Klage erheben, aber nicht zum Erfolg führen." Die Zurücknahme
der Düsseldorfer Klage, die am Montagabend fristgerecht erfolgte,
nennen CDU und FDP "richtig, notwendig und sachdienlich".
Der Möbelkrieg zwischen Neuss und Düsseldorf
Die Fraktionen der CDU und FDP gehen davon aus, dass
Investor Krieger noch diesen Monat die zugesagten 33 Millionen Euro für
den Kauf des Grundstücks im Hammfeld an die Stadtkasse überweisen wird.
Es werde Aufgabe der nächsten Amtsperiode sein, für das noch zu
bebauende Hammfeldgrundstück Pläne zu erarbeiten.
Die
Sanierungsmaßnahmen "für den dauerhaften Erhalt der Nutzbarkeit" des
Clemens-Sels-Museum stehen laut einer Mitteilung der Verwaltung kurz vor
dem Abschluss, die Brandschutzmaßnahmen sollen Ende Juni/Anfang Juli
abgeschlossen sein. Die im Kern gute Nachricht löste indes unter den
Kulturpolitikern aller Fraktionen keineswegs Zufriedenheit, sondern
große Irritation aus.Von Helga Bittner
Der Kulturausschussvorsitzende Hartmut Rohmer, zudem
kulturpolitischer Sprecher der SPD, und sein Sprecher-Kollege von der
CDU, Joachim Goerdt, hatten sich sogar persönlich bei einer Begehung ein
Bild gemacht und brachten für die Sitzung des Ausschusses auch
reichlich Kritikpunkte mit. Die Heizungsanlage Die bestehende
Anlage wurde "ertüchtigt", wie Goerdt es bezeichnet, indem neue
Anschlüsse für die im Betonboden eingegossene Heizung gelegt wurden.
Künftig muss die Heizung nachts auf Touren gebracht werden, um –
tagsüber abgeschaltet – dennoch für die Besucher auf eine adäquate
Raumtemperatur zu kommen. Ursprünglich war mal von einer neuen Heizung
und Gesamtkosten von mehr als einer Million Euro die Rede – die
"Ertüchtigung" hat 16 000 Euro gekostet. Dass diese Maßnahme dem
notwendigen Raumklima für Kunst zuträglich ist, wird von allen stark
bezweifelt. Der Knackpunkt: Die Arbeiten sind schon abgeschlossen. Alle
Politiker schlossen sich daher dem Antrag der Grünen an, vorsorglich ein
Heizungs- und Belüftungskonzept zu erstellen, falls es wieder zu
Problemen kommen sollte. Bodenbelag Die Museumsleitung hat ein
schlüssiges Farbkonzept entwickelt und dafür auch einen Bodenbelag
vorgeschlagen, der allerdings für die bestehende Heizungsart nicht
geeignet ist. Er wird das starke nächtliche Aufheizen nicht verkraften.
Brandschutz Aus Kostengründen sind
die Brandschutzmaßnahmen auf eine Besuchergröße von maximal 199 Personen
beschränkt worden. So wird die notwendige Außentreppe nur bis zur
ersten Etage des Museums reichen; eine Weiterführung bis zur zweiten und
damit den Bedingungen für eine Besuchergröße von 399 entsprechend,
würde 130 000 Euro mehr kosten. "Das wollte der Bürgermeister nicht",
sagt Goerdt. Wenn mehr Besucher als 199 erwartet werden, müssen
zusätzliche Brandwachen verpflichtet werden. Die Kosten dafür, sagt
Goerdt, werden unter "Nebenkosten verbucht, also doch wieder vom Museum
getragen werden müssen". Für Hartmut Rohmer ist auch unverständlich,
dass "Brandschutztüren sich nach innen öffnen". Maßnahmen Einstimmig haben die
Kulturpolitiker beschlossen, das Brandschutzkonzept nachzubessern mit
Maßnahmen für die Besuchergröße 399 sowie " baubegleitend und
vorsorglich ein alternatives, zeitgemäßes und energiesparendes
Heizungskonzept fachgutachterlich prüfen zu lassen". Zudem wird
gefordert, dass die Verwaltung zur Ratssitzung am 9. Mai einen Bericht
über die geforderten Maßnahmen und deren Kosten vorlegt.
Unter
bekennenden Rauchern genießt der "Vesuv von Neuss" offenbar bundesweit
große Popularität. Als der Neusser Bürgermeister Herbert Napp am
Mittwoch spontan zu einem "Entspannungsbier" das Gasthaus "Uerige-Treff"
in Mülheim an der Ruhr betrat, wurde er sofort erkannt.Von Ludger Baten
"Herbert, dass Du mich einmal besuchst", begrüßte ihn
Wirt Uwe Mühlenfeld (48) begeistert, servierte ein Alt und bat um ein
Autogramm, denn seinen Schankraum ziert ein gerahmter Zeitungsbericht
mit einem Bild vom "Vesuv von Neuss". Ihm habe gefallen, so Mühlenfeld,
dass Napp konsequent für die Belange der Raucher eingetreten sei: "Und
im persönlichen Umgang ist er nett und sympathisch. Neuss hat einen
tollen Bürgermeister."
Der Bürgermeister findet Mülheim jetzt auch toll,
obwohl er sich dort auf einer Bootstour am Finger derart verletzte, dass
die Wunde in der Klinik genäht werden musste. Vis-á-vis entdeckte Napp
den "Uerige-Treff" und entschied sich für das "Entspannungsbier". So
bescherte ihm der schmerzende Finger einen geselligen Abend unter Fans,
"den ich nicht vergessen werde."
Bei Grabungen im römischen Militärlager stießen Archäologen nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche aus Menschenknochen.Von Christoph Kleinau
An diesen Tatort käme die Polizei zu spät: Das gut
erhaltene Skelett, das die Archäologen der Stadt bei Ausgrabungen auf
dem Gelände des römischen Militärlagers, dem so genannten Koenen-Lagers,
fanden, ist uralt. Dass dieser Mensch eines natürlichen Todes starb,
schließt Michael Kaiser aus: "Er könnte das Opfer eines Raubüberfalls
sein – oder eines Meuchelmordes", sagt der Grabungsleiter.
Stutzig macht die Archäologen vor allem der Fundort.
Nur 40 Zentimeter unter der Oberfläche und "eingetieft in römischen
Schutt", wie Kaiser erklärt, glaubt er eher an ein "hastiges
Verscharren" als an eine geplante Erdbestattung. Wann das passierte,
darüber können die Experten nur Vermutungen anstellen. Denn bei dem
Skelett fanden sich keine Grabbeigaben oder andere Dinge, die eine
Datierung ermöglicht hätten, sagt Kaiser. Und Parallelfunde, wie man sie
aus Gräberfeldern kennt, können auch nicht zur Altersbestimmung des
Fundes herangezogen werden.
"Direkt unter dem Pflaster wurde es schon komisch",
erinnert sich Hermann Loosen an die Ausgrabung. Weil auf dem
Abbruchgrundstück am Fliederweg in so geringem Abstand zur Oberkrume
kein Fund erwartet worden war, sollte der Bagger die oberen Schichten
abtragen. "Dabei erwischte er den Schädel", sagt Kaiser. Der Kopf ist
nun ein Fall für Puzzle-Experten. Loosen bremste den Baggerführer
sofort, und so konnte das restliche Skelett unbeschadet geborgen werden.
Der Tote war in Rückenlage begraben worden, den Kopf
genau nach Norden. Dem Skelett nach zu urteilen, war der Tote zu
Lebzeiten ein zierliches Persönchen. "Luigi", tauften es die
Archäologen, weil das persönlicher klingt als nur die Fundnummer – und
weil er in unmittelbarer Nähe zum Prätorium gefunden wurde, dem Wohn-
und Repäsentationsgebäude des römischen Befehlshabers im Legionslager.
Inzwischen trägt der Tote, dessen Einzelteile nun – nummeriert und in
Plastiktüten verstaut – auf weitere Untersuchungen warten, einen neuen
Namen: Theuderich. Weil er doch eher in fränkischer Zeit lebte und
starb.
Die Gebeine waren die eine Überraschung dieser Grabung
in Gnadental, aber bei weitem nicht die einzige. Zwischen den
Außenmauern des Prätoriums, wie sie bei Ausgrabungen vor über 100 Jahren
von Constantin Koenen ermittelt wurden, stießen die Archäologen auf den
Boden eines Kellers, der nachträglich in dieses Gebäude eingefügt
worden war – oder älter ist. Das Interessante an diesem und anderen
Funden sei, so Kaiser, "dass die Ausgrabungen von Koenen nur die letzte
Bauphase bis 104 nach Christus dokumentierten." Alles andere sei
unerforscht.
Der Fußboden des Kellers, der aus Tuff-Schutt und
Stampflehm hergestellt wurde, liegt gleich zweimal vor. Übereinander.
"Erdbebensicher", nennt Hermann Loosen diese Konstruktion. "So etwas
habe ich in 16 Dienstjahren noch nicht gesehen." Er vermutet, dass der
erste Keller aus dem sandigen Untergrund nicht tragfähig genug für das
darüber stehende Gebäude war. Außerhalb des Prätoriums wurden auch Reste
von Bauten früherer Lagers an dieser Stelle gefunden. Die Außenmauern
dieses Gebäudes hatte Koenen in diesem Teil nur vermutet – und als
gestrichelte Linie in seine Grabungspläne eingetragen. Diese Linie
konnte Loosen nun, über 100 Jahre später, aufgrund neuester Grabungen
vervollständigen. Das nannte er wirklich beeindruckend.
presseportal.de
Jüchen (ots) - Am Freitag (04.04.2014), um 20:25 Uhr, ereignete sich
in Jüchen ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem ein Fahrzeugführer
tödlich verletzt wurde.
Zur Unfallzeit befuhr ein 59-jähriger
Jüchener mit seinem Pkw die Landstr. 32 aus Richtung Glehn kommend in
Fahrtrichtung Steinforth. Im Verlauf einer langgezogenen Rechtskurve in
Höhe der K 25 kam er nach links von der Fahrbahn ab und kollidierte
frontal mit einem Baum. Der Fahrzeugführer trug hierbei schwerste
Verletzungen davon und verstarb noch an der Unfallstelle. Für die Dauer
der Unfallaufnahme und Bergung des Unfallopfers aus dem stark
beschädigten Fahrzeug wurde die Landstraße 32 bis ca. 23:00 Uhr
gesperrt. Zu nennenswerten Verkehrsbeeinträchtigungen kam es nicht.