Bürgermeisterkandidat Michael Willmann setzt Schwerpunkte bei den Themen Wirtschaft, Sicherheit und Bildung.
Von Sebastian Meurer
Auf die morgen anstehende Nominierung ihres
Bürgermeisterkandidaten und der Bewerber für Rat und Kreistag stimmte
sich die CDU mit einem "Europaabend" im Kreiskulturzentrum und ihrem
Winterfest im Alten Rathaus in Widdeshoven ein. CDU-Chef Michael
Willmann (46), designierter Bewerber der Union für den Rathaussessel,
nutzte die Gelegenheit, sein Wahlprogramm vorzustellen. Wie er in
Sinsteden erklärte, soll dieses demnächst noch mit den Ratskandidaten
abgestimmt und verfeinert werden.
Breiten Raum nimmt für den CDU-Frontmann die
Wirtschaftspolitik ein. Willmann unterstrich seine schon mehrfach
betonte These, wonach "Bauland endlich ist" und es auf die "Generierung
neuer Einnahmen" ankomme. Dies sei durch den Verkauf von Gewerbe- und
Baugrundstücken nicht mehr zu gewährleisten.
Nach Michael Willmanns Auffassung sollte die
bisherige Ansiedlungspolitik der Gemeinde optimiert werden. Nötig seien
"gezielte Ansiedlungen", etwa im Gewerbepark V. Die bisherige Linie des
Wirtschaftsbüros besteht aus Sicht des CDU-Politikers eher in dem
Prinzip "Wer zuerst kommt, malt zuerst." Gewerbeansiedlungen müssten
Willmann zufolge "in ein Konzept eingebunden werden, um Einnahmen zu
steigern."
Gestärkt werden müsse ihm zufolge auch die
Eigenständigkeit der Gemeinde, was er anhand der Stromversorgung
illustrierte. Willmann bezog sich dabei auf einen Beitrag beim
CDU-Energietag im vergangenen Sommer: Städte und Gemeinden hätten die
Möglichkeit, "Strom selber zu kaufen oder zu verkaufen" und damit auch
"Gewinne einzufahren". Konkret sähe dies nach seinen Worten so aus: "Wir
kaufen Strom an der Strombörse und geben ihn weiter an die
Bevölkerung." Der Verfahren sei "definitiv günstiger als bei großen
Unternehmen" – de facto als RWE.
Bei 97 Prozent aller Kommunen, die sich für den
eigenständigen Einkauf an der Strombörse entschieden hätten, habe dies
zum Erfolg geführt. "Ich bin optimistisch, dass wir zu den 97 Prozent
gehören", so der CDU-Bürgermeisterkandidat. Michael Willmann kündigte
auch verstärkte Initiativen in punkto Sicherheit an. Angesichts der im
Herbst und Winter deutlich gestiegenen Zahl von Einbruchdiebstählen
müsse die Polizeipräsenz in der Gemeinde erhöht werden, so seine Worte.
Erste Gespräche seien bereits geführt worden. Die Sicherheit der
Schulwege ist für Michael Willmann ebenso ein wichtiges Thema wie die
Umgehungsstraßen B 477 und B 59. Bei letzerer sei "ein Fehler" gemacht
worden. "Der Lärmschutz in Gill ist zu gering." Weitere Schwerpunkte
möchte Willmann bei der Bildung und dem ehrenamtlichen Engagement
setzen. "Gute Bildung ist ein Grundpfeiler unseres demokratischen
Systems", betonte er.